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DGKN-Kongress für Klinische Neurowissenschaften: Präsenzveranstaltung in Würzburg wird durch Video-on-demand-Angebot erweitert

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) findet vom 10. bis 12. März in Würzburg statt. „Nach zwei Online-Kongressen in Folge freuen wir uns, endlich wieder persönlich zusammenzukommen. Wir sind zuversichtlich, dass dies unter Corona-Auflagen möglich ist“, so Kongresspräsident Prof. Jens Volkmann. Erstmals wird es die Beiträge aus den wissenschaftlichen Sessions nach dem Kongress auch als Video- und Tonaufzeichnung geben. Wer nicht vor Ort sein kann, hat zudem die Möglichkeit, ein reines On-demand-Ticket zu buchen. Der Kongress wendet sich an Fachleute aus Medizin und Wissenschaft unterschiedlicher Disziplinen, auch InteressentInnen aus Medizintechnik, IT und Ingenieurwissenschaften sind eingeladen. DoktorandInnen, AssistenzärztInnen, Studierende, TherapeutInnen und Pflegekräfte, PJlerInnen sowie DGKN-Mitglieder können ermäßigt teilnehmen. Den Auftakt zu einer ganzen Woche fachlicher Diskussion rund um Trends und Potenziale der Neuromedizin bildet vom 7. bis 9. März der „2nd Expert Summit on the Future of Deep Brain Stimulation“, der vor dem DGKN-Kongress in Würzburg stattfindet.

Bild: Die tiefe transkranielle Magnetstimulation (engl. deep TMS – dTMS) ermöglicht es, tiefer gelegene Gehirnregionen und somit mehr Neuronen zu erreichen. ©DGKN/A. Zangen/Brainsway Inc., Jerusalem, Israel.

Vorbereitung und Planung der Elektrodenimplantation © DGKN/UKJ/Klin. Medienzentrum/M. Szabo
Pressebild honorarfrei zur redaktionellen Nutzung unter Angabe der Quelle. Download:
https://dgkn.de/dgkn/service-fuer-die-medien/bilddatenbank

Terminhinweis für die Medien: Online-Pressekonferenz am Montag, 7. März von 13-14 Uhr: Information und Registrierung: www.dgkn.de/dgkn/service-fuer-die-medien

Schwerpunktthema auf dem DGKN-Kongress 2022 ist die Entschlüsselung und Behandlung wichtiger Symptomnetzwerke im Gehirn und die Entwicklung innovativer Therapien – unter anderem durch eine gute interdisziplinäre Vernetzung in der Hirnforschung. Den Gedanken, dass die Funktion unseres Gehirns nicht ausschließlich das Ergebnis lokaler neuronaler Aktivität ist, sondern eines Zusammenspiels vernetzter Hirnregionen, deren Störung sich in neurologischen Erkrankungen manifestiert, gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. „Das Spannende ist, dass die Idee erst jetzt, zusammen mit der rasanten Entwicklung technischer und digitaler Methoden in der Neurophysiologie, das Potenzial entwickelt, die Neuromedizin grundlegend zu revolutionieren“, betont Kongresspräsident Prof. Jens Volkmann.

Mysterium Gehirn: The Free Energy Principle 

Auf dem Präsidentensymposium am 11. März, 10:15–11:45 Uhr, diskutiert Prof. Volkmann das Thema mit drei führenden internationalen Experten. Prof. Karl Friston, Neurowissenschaftler am University College London und Experte für Bildgebung und Kartierung des Gehirns, gilt als einer der wichtigsten Hirnforscher der letzten 25 Jahre. Das von ihm entwickelte „Free Energy Principle“ geht davon aus, dass das Gehirn auf Basis von Erfahrungen ständig Realitäten vorwegnimmt, um durch das Vermeiden von Überraschungen Energie zu sparen. „Wir haben große Fortschritte bei der Kartierung des Gehirns gemacht, aber bis heute ist nicht klar, wie die einzelnen Bereiche zusammenwirken. Auf dem Präsidentensymposium am 11. März, 10:15–11:45 Uhr, diskutiert Prof. Volkmann das Thema mit drei führenden internationalen Experten. Prof. Karl Friston, Neurowissenschaftler am University College London und Experte für Bildgebung und Kartierung des Gehirns, gilt als einer der wichtigsten Hirnforscher der letzten 25 Jahre. Das von ihm entwickelte „Free Energy Principle“ geht davon aus, dass das Gehirn auf Basis von Erfahrungen ständig Realitäten vorwegnimmt, um durch das Vermeiden von Überraschungen Energie zu sparen. „Wir haben große Fortschritte bei der Kartierung des Gehirns gemacht, aber bis heute ist nicht klar, wie die einzelnen Bereiche zusammenwirken. Das Prinzip der freien Energie könnte die Hirnforschung durch eine einheitliche mathematische Theorie des Gehirns revolutionieren“, fasst Prof. Volkmann zusammen.

Atlas der Gehirnkonnektivität und Licht, das auf die Nerven geht

Mit der Entschlüsselung des komplexen Schaltplans unseres vernetzten Gehirns befasst sich auch Prof. Michael D. Fox, Associate Professor für Neurologie an der Harvard Medical School und Direktor am Center for Brain Circuit Therapeutics in Boston. In seinem Vortrag „Explaining Neurological Symptoms with Lesion Network Mapping“ korreliert er Hirnläsionen mit Funktionsausfällen, um die Gehirnkonnektivität zu rekonstruieren. Das Netzwerk im Hirnstamm, das für eine angemessene Reaktion auf einen angstauslösenden Stimulus verantwortlich ist, ist Forschungsschwerpunkt von Prof. Philip Tovote, Kodirektor des Instituts für Klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum Würzburg. In seinem Vortrag „Brainstem State Generator Circuits at the Intersection of Emotions and Motor Control“ erklärt er, wie er Nervenzellpopulationen des Angstnetzwerks und ihre Verbindungen mit Lichtimpulsen aktiviert, um so kausale Zusammenhänge zu erforschen.

Vom Aufbruch und Scheitern: ethische Fragen der Neurophysiologie

Auch ethische Fragen im Zusammenhang mit dem rasanten technischen und digitalen Fortschritt der Neurophysiologie werden diskutiert, etwa in der Keynote Lecture von Prof. Johannes Krause am 10. März um 18:30 Uhr. In seinem Vortrag „Hybris: Die Reise des Menschen, vom Aufbruch und Scheitern“ beschäftigt sich der Bestseller-Autor und Direktor am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig mit der Frage, welche Gefahren in der zügellosen Kraft des Menschen liegen – und was wir in Zeiten von Klimawandel, Ressourcenmangel und globalen Pandemien aus der Vergangenheit für unser Überleben lernen können.

Neurowissenschaft und klinische Neurophysiologie: Update in drei Tagen

Das wissenschaftliche Programm des DGKN-Kongresses umfasst das ganze Spektrum aktueller Entwicklungen der Neurophysiologie. Es bietet Symposien zu Gehirn-Netzwerk-Erkrankungen, Neuroplastizität und nicht invasiver Neurostimulation und beleuchtet innovative Methoden der klinischen Neurophysiologie. Diskutiert werden auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz, z. B. zur Optimierung der tiefen Hirnstimulation, die Translation aus der präklinischen Neurophysiologie, die Anwendung von tragbaren Sensoren (sog. Wearables) bei Bewegungsstörungen oder die neurophysiologische Erfassung von Adaptation und Reserve bei Gehirnerkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson und ALS. Im Richard-Jung-Kolleg, der Fortbildungsakademie der DGKN, gibt es spannende Kurse, um sich im gesamten Methodenspektrum der Neurophysiologie fortzubilden. Der klinisch-neurowissenschaftliche Nachwuchs steht bei den Symposien der Jungen Klinischen Neurophysiologen (JKN) sowie der kürzlich habilitierten Kolleginnen und Kollegen im Fokus.

Wissenschaftliches Programm, Online-Registrierung und Newsletter: www.dgkn-kongress.de

Online-Pressekonferenz zum DGKN-Kongress am Montag, 7. März 2022, 13-14 Uhr
Informationen zu Themen und ReferentInnen und Registrierung unter: www.dgkn.de/dgkn/service-fuer-die-medien. JournalistInnen können sich zusätzlich kostenlos für den Kongress registrieren. Gerne unterstützen wir Ihre Berichterstattung, vermitteln individuelle Interviews und stellen Bildmaterial zur Verfügung. Bitte beachten Sie auch unseren Online-Bilderservice unter https://dgkn.de/dgkn/service-fuer-die-medien/bilddatenbank. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder Zusendung eines Belegs.

 
Pressestelle der DGKN

Dipl.-Biol. Sandra Wilcken, c/o albertZWEI media GmbH, Tel.: +49 (0) 89 461486-11, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!