61. Jahrestagung der DGKN 2017 mit Richard-Jung-Kolleg in Leipzig: Ein Rückblick und Ausblick

Die 61. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGKN fand vom 27.–29. April 2017 an der 1409 gegründeten Universität Leipzig statt unter der gemeinsamen Leitung der Tagungspräsidenten Prof. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig, und Prof. Stefan Zierz, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Halle (Saale). Tagungsort war die in den letzten Jahren aufwendig sanierte Kongresshalle am bekannten Leipziger Zoo, die aufgrund ihrer zentralen Lage und dem bemerkenswerten Mix aus Neo-Barock, Jugendstil, Art Déco und Moderner Architektur einen feierlichen und großzügigen Rahmen für eine abwechslungsreiche Veranstaltung und vielfältigen wissenschaftlichen Austausch bot.

Die Jahrestagung war mit knapp 1000 Teilnehmern gut besucht. Geboten wurde ein reichhaltiges und hochkarätiges wissenschaftliches Programm mit über 220 wissenschaftlichen Präsentationen im Rahmen von Vorträgen und Postern. Abgedeckt wurde der gesamten Bereich der klinischen Neurophysiologie inklusive der funktionellen Bildgebung und peripheren Neurologie. Auch das Richard-Jung Kolleg, die Fortbildungsakademie der DGKN, war mit 37 Kursen, ca. 1300 Buchungen und ca. 450 Teilnehmern äußerst erfolgreich.

Die Kongress Präsidenten Professor Hegerl und Professor Zierz (Quelle: Conventus - Helge Schubert)

Die Kongress Präsidenten Professor Hegerl und Professor Zierz
(Quelle: Conventus - Helge Schubert)

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Die Jahrestagung fand in der Kongresshalle Leipziger Zoo statt
(Quelle: Conventus - Helge Schubert)

Als Besonderheit sind 2 Punkte hervor zu heben:

  1. Die Jahrestagung wurde gemeinsam durch je einen Vertreter der Psychiatrie und der Neurologie geleitet. Diese Kooperation der beiden Fachgebiete ist naheliegend, da beide das Privileg haben, sich mit Erkrankungen zu beschäftigen, die das Gehirn als Substrat haben, und deshalb auch beide Methoden der klinischen Neurophysiologie und funktionellen Bildgebung in Forschung und Klinik nutzen. Forschung zu neuropsychiatrischen Fragen war deshalb im Programm breiter als bei früheren Jahrestagungen vertreten. Dazu zählt als thematischer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung die Regulation von zentralnervösem Arousal und Wachheit, deren Störungen und pathogenetische Bedeutung bei einer Reihe neuropsychiatrischer Erkrankungen mittels eines EEG-basierten Vigilanzalgorithmus gezeigt wurde. Auch der ausgezeichnete Festvortrag zum Thema „Subjektivität und Neurowissenschaften“ von Prof. Kay Vogeley machte deutlich, dass Psychiatrie und Neurologie sich jetzt so wie früher mit den gleichen epistemologischen Fragen auseinander setzen.
  2. Besondere Aufmerksamkeit bei der Programmplanung wurde dem wissenschaftlichen Nachwuchs und den Posterpräsentationen gewidmet. Als neues Format wurde der sog. Posterblitz eingeführt. Bereits im Vorfeld des Kongresses waren aus den 195 eingereichten Postern durch die Programmkommission 20 besonders hervorstechende Posteranmeldungen ausgewählt worden, deren Autoren ihre Arbeit in streng auf 3 Minuten terminierten Kurzvorträgen vorstellen konnten. Direkt vor Ort wählte dann das Auditorium mittels eines TED-Systems die besten Präsentationen aus, deren Autoren einen speziellen Posterblitz-Preis erhielten. Der bestbewertete Vortrag erhielt weiterhin einen der 3 Posterpreise der DGKN. Zwei weitere Preisträger wurden durch eine Fachjury unter den in den beiden regulären Postersessions vorgestellten Postern bestimmt.
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Nach einer privaten Führung durch den abendlichen Zoo fand der Gesellschaftsabend im neu eröffneten Palmensaal des Zoo Leipzig statt. Dieser Anlass bot einen angemessen feierlichen Rahmen für die Verleihung von 2 Ehrenmitgliedschaften der DGKN, mit denen die jahrzehntelangen Leistungen von Prof. Dr. Detlef Claus und Prof. Dr. Reinhard Dengler gewürdigt wurden. Außerdem wurde der Alois-Kornmüller-Preis an Dr. Michael Skeide (Leipzig) und der Nachwuchspreis Neurosonologie an PD Dr. Alexander Grimm (Tübingen) verliehen.

Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen bedanken, die mittels wissenschaftlichen Inputs oder durch Organisationsarbeit zum erfolgreichen Ablauf der Jahrestagung beigetragen haben. Die Jahrestagung bietet die Chance, auch zu einem Forum für den Dialog zwischen Psychiatrie und Neurologie zu werden, und die weiteren Veranstaltungen werden zeigen, ob diese ergriffen wird. Somit freuen wir uns auf ein Wiedersehen im Rahmen der 62. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGKN, welche vom 15.– 17. März 2018 in Berlin stattfinden wird.

Korrespondenzadresse
Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Leipzig
Semmelweisstraße 10
04103 Leipzig
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